Bericht zur Jahreshauptversammlung des TSV

Unter besonderen Umständen fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des TSV Kaldenkirchen am vergangenen Sonntag statt. Zur Wahrung aller geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen konnte die Veranstaltung nach Jahrzehnten nicht wie gewohnt im eigenen Clubheim abgehalten werden. Stattdessen musste die altehrwürdige Tribüne am Rasenplatz der Jahn-Kampfbahn für das diesjährige Treffen der Gesamtvereins „herhalten“.

Über 75 Teilnehmer konnte der 1. Vorsitzende Dr. Paul Schrömbges begrüßen. In seiner Ansprache blickte er zunächst insbesondere auf die vergangenen Monate der Corona-Pandemie zurück und fand diesbezüglich neben vielen schwierigen Gegebenheiten jedoch auch Erfreuliches: „Es war und ist ein tolles Zeichen der Loyalität, dass in der sportlosen Zeit keine Mitglieder aus dem TSV ausgetreten sind. Herzlichen Dank dafür.“ Zudem verwies Schrömbges auf eine schöne Tatsache, in der Altes als Neues wiederentdeckt wurde: „Durch die Sperrung der Hallen ist die Turnabteilung auf ihre alte Anlage zurückgekehrt. Was zunächst pure Improvisation war – Turn- und Rehasport auf dem Rasen – wurde als Gewinn bemerkt – die Turnabteilung wird auch in der Sommerpause weiterhin ihren Sport auf der Jahn-Kampfbahn stattfinden lassen!“
Es folgten jedoch auch kritische Worte aus den Erfahrungen der vergangenen Zeit in Bezug auf die Behandlung von Amateurvereinen: „Für die Amateursportvereine interessierte sich schlichtweg niemand und es war egal wie diese durch die Krise kommen würden! Alle großen Lobeshymnen über die gesundheitliche und soziale Bedeutung des Vereinssportes haben sich in dieser Krisenzeit als politische und journalistische Worthülsen erwiesen und wurden schlicht unter die wegfallenden Freizeitveranstaltungen subsumiert.“ Hier verwies Schrömbges insbesondere auf den immer größer werdenden Kontrast zwischen Profi- und Amateursport und diesbezüglich als Beispiel auf 145.000 Mannschaften in Deutschland, von denen 54 kommerzielle Profiteams bis zuletzt die volle Aufmerksamkeit erhielten. „Ich kann versichern: Wenn es bald um übergewichtige Kinder und Erwachsene geht, um Gesundheits- und Rehasport, um Sport als sozialen Zusammenhalt, um Integration in allen Schattierungen, um den Sport in den Fachverbänden, dann wird man sich schon bald wieder an uns erinnern. Traurig aber wahr!“

Nach diesen deutlichen Worten dankte der 1. Vorsitzende ausdrücklich den Leitern der einzelnen Abteilungen insbesondere für ihren schwierigen Einsatz um auch in Zeiten dieser Pandemie den Verein und die einzelnen Abteilungen zusammen zu halten.

Nach vielen Anstrengungen in den vergangenen Jahren stehen derzeit zwei große Hauptschwerpunkte auf der Agenda der Zukunftsplanung des Vereins: Neben einer Vollzeitverfügbarkeit einer Turnhalle für den Turn- und Rehasport ist auch die Sanierung der Leichtathletik-Laufbahn auf der fast 70 Jahre alten Platzanlage weiterhin das Ziel. Für beide Projekte erhielt man erste Signale, nach der anstehenden Kommunalwahl weitere Schritte gehen zu können, auch wenn insbesondere die Laufbahn ein großer finanzieller Aufwand darstellen würde, der aus eigener Hand nicht zu stemmen ist. Unabhängig hiervon darf die Finanzlage des Vereins auch aufgrund kluger und weitsichtiger Finanzierungen durchweg als gesund bezeichnet werden: „Alle Abteilungen sind mit ihren insgesamt 1.700 Mitgliedern in einem guten sportlichen, organisatorischen und finanziellen Zustand. Das spricht für sich!“

Im weiteren Verlauf der JHV stellte Finanzwart Stefan Nerl den Kassenabschlussbericht des Jahres 2019 vor. Ihm wurde eine einwandfreie Kassenführung durch die Kassenprüfer bescheinigt. Im Anschluss wurde der Vorstand für seine Arbeit einstimmig entlastet. Einstimmig verliefen in der Folge auch die erforderlichen Wahlen bzw. Bestätigungen der folgenden Vorstandsmitglieder: 2. Vorsitzender bleibt Jürgen Färvers. Als 1. Geschäftsführer wurde Gino Rosati bestätigt. Stefan Nerl wird auch zukünftig die wichtige Aufgabe des Finanzwartes fortführen. Alle Abteilungsleiter wurden bestätigt. Lediglich in der Leichtathletikabteilung wird es einen Wechsel an der Spitze geben: Rolf Spitzkowsky wird nach 6 Jahren seinen Posten an Ronnie Voigt abgeben. Hierüber folgt in den nächsten Tagen noch ein ausführlicher Bericht. Gleiches gilt in Bezug auf die vorgenommenen Ehrungen und Projekte rund um die Jahn-Kampfbahn.