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„Die Ausgeglichenheit des Kaders ist unsere große Stärke!“

Im zweiten großen Saison-Interview blicken die TSV-Trainer Uli Haas und Michael Bieck nach dem feststehenden Bezirksliga-Aufstieg auf die vergangene Spielzeit zurück, sprechen über kritische Situationen, den wichtigen Teamgeist und wagen einen vorfreudigen Ausblick auf die anstehende Spielzeit.
 
Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg, Uli und Michael. Seid ihr beiden eigentlich schon vorher einmal aufgestiegen???
Uli Haas: Ja, mit Amern. Da war ich glaube ich 19 Jahre alt. Damals bin ich noch frisch aus der A-Jugend zu den Senioren hoch gekommen und von der Kreisliga B in die Kreisliga A aufgestiegen.
Michael Bieck: Nein, tatsächlich noch nicht! Lange mit Kaldenkirchen in der Bezirksliga probiert, aber nie geschafft. Teilweise auch sehr knapp.
Und wie empfindet ihr nun mit ein paar Wochen Abstand die letzten entscheidenden Wochen sowie den Augenblick, in dem der Aufstieg feststand?
Bieck: Also so richtig gemerkt und realisiert habe ich das erst so zwei, drei Tage später. Aber es war natürlich überragend wie die Truppe das gelöst hat. Selbst nach so Rückschlägen wie nach dem 0:1 hier zu Hause gegen Dülken, um danach wieder eine neue Serie hinzulegen. Das ist natürlich ein tolles Gefühl, wenn man weiß was die Truppe trotz des jungen Alters leisten kann. Aber nun ist es einem auch wirklich bewusst. Das haben wir nun ja auch lang und ausgiebig gefeiert.
Haas: Also natürlich haben wir immer daran geglaubt, aber als es dann soweit war, fiel von uns beiden schon eine schwere Last ab. Wir haben natürlich gewusst, wenn das hier noch in die Hose gehen sollte, dann schauen wir ganz schön doof aus der Wäsche. Demensprechend war der Druck natürlich schon da. Aber es hat ja dann super geklappt und die Emotionen nachdem der Aufstieg dann feststand waren natürlich phänomenal. Doch so richtig bewusst wurde es einen tatsächlich erst ein paar Tage danach, da man zuvor doch richtig `unter Strom´ steht.
Ihr sprecht das Spiel gegen Dülken bereits an. In einer englischen Woche Anfang April verspielt ihr innerhalb von fünf Tagen 5 von 6 Punkten Vorsprung auf den direkten Verfolger. Kommen da dann doch schon ein paar Zweifel?
Bieck: Das ist schwierig zu sagen. Zweifel wären wahrscheinlich dann gekommen, wenn dieser Knacks, den man einer so jungen Mannschaft einfach auch mal zugestehen muss, zu einem negativen Lauf geführt hätte. Vor allem mit den vielen schwierigen Auswärtsspielen vor der Brust. Aber es passierte genau das Gegenteil. Souverän wurden die nächsten fünf Spiele gewonnen.
Haas: Das sehe ich ähnlich. Mit dem verlorenen Dülken-Spiel kam schon ein Anflug von Zweifel. Aber dann hatte man schnell den Eindruck, dass die Jungens dies gar nicht belastet. Ganz im Gegenteil.
Unabhängig vom Aufstieg. Was war der Moment der Saison?
Bieck: Für mich war es der 4:0-Sieg beim Tabellenführer Hüls. Da war uns schon klar, dass wir das schaffen können, da wir hier gemerkt haben, wie heiß die Truppe auf den Aufstieg war und dafür auch alles tut.
Haas: Ich nenne für mich noch ein ganz anderes Beispiel, dass sich nicht auf dem Platz zugetragen hat. Das war unsere vom Team selbst organisierte Weihnachtsfeier im Dezember mit allen Freunden, Fans, Gönnern und Sponsoren. Das Ganze war für die Truppe wirklich so ein Aufhänger um zu merken, um was es in der Rückrunde geht.
Bieck: Man merkt auch dank solcher selbst organisierten Veranstaltungen, wie sehr alle gemeinsam an einem Strang ziehen und die Truppe zusammengewachsen ist um gemeinsam das große Ziel zu erreichen. Jeder hat hier neben dem Spielfeld dem anderen unter die Arme gegriffen, was sich dann auch deutlich auf dem Platz wiederspiegelt. Da gab es so gut wie kein gemotzte untereinander sondern gegenseitige Unterstützung - auch wenn es mal nicht so gut lief.
Ein Aufstieg ist immer eine Leistung einer ganzen Mannschaft. Gibt es denn trotzdem den einen oder anderen Spieler, den man hieraus hervorheben kann?
Bieck: Also speziell sticht bei uns keiner heraus. Wir haben eine sehr ausgeglichene Truppe, was man auch an der Vielzahl der Torschützen sieht. Jeder Feldspieler aus dem Kader hat nun letztendlich ins Tor getroffen. Daher ist es nicht so einfach jemanden hervorzuheben. Eine Ausnahme muss man aber bei unserem Kapitän Kevin Kleier machen, der die gesamte Hinrunde verletzt war und nicht wusste, ob er jemals wieder Fußball spielen kann. In der Rückrunde geht er dann in jedem Spiel und in jedem Training mit Vollgas voran, läuft gefühlte 15 Kilometer pro Spiel und schießt alleine 10 Tore. Das sieht natürlich auch die Mannschaft `Hey,der kleine „Bobba“ ist wieder da. Der jagt, der tut, der macht´ und zieht damit alle durch sein Arrangement uns seinen Ehrgeiz mit.
Haas: Genau so ist es. Das wussten wir ja schon in der Winterpause, dass die Ausgeglichenheit unserer Mannschaft unsere große Stärke ist. Da kann jeder ein Tor schießen und der Gegner kann sich nicht ausrechnen, dass man uns schlägt, indem man z. B. ´den einen 30-Tore-Mann´ aus dem Spiel nimmt.
Nun ist es mit Sicherheit immer einfacher einen guten Team-Spirit aufzubauen, wenn es auf dem Platz gut läuft. Jetzt kommen in der nächsten Saison in der Bezirksliga sicher ein paar andere Größen und mitunter auch mehrere Rückschläge auf das neue Team zu. Da wird sicherlich ein gutes Handgeschick von Euch gefragt sein, damit der gute Zusammenhalt hier fortbesteht …
Haas: Ja mit Sicherheit muss sich das Team in der neuen Saison sicher ein Stück weit umstellen. Die Gegner werden reifer und abgeklärter sein und Fehler führen viel schneller zu Gegentoren. Da muss man sich auch als Aufsteiger Niederlagen eingestehen können. Aber wir müssen auch klar machen, dass man hieran nicht zerbricht sondern daraus lernt. Wir haben eine junge Truppe, die sich von Monat zu Monat weiterentwickelt und daher denke ich, dass wir eine vernünftige Bezirksliga-Saison spielen können.
Bieck: Das erste Ziel wird natürlich sein als Aufsteiger den Klassenerhalt zu sichern. Aber ich glaube auch, dass wir mit dieser Mannschaft in der Bezirksliga bestehen können. Dennoch sind wir natürlich gewarnt, da man von Vereinen hier in der direkten Umgebung weiß, wie schwer eine lange Bezirksliga-Saison sein kann – selbst wenn man sich schon sicher gerettet fühlt. Trotzdem wollen wir natürlich mit einer breiten Brust in die neue Saison gehen und uns vor keinem verstecken.
Wie wird sich der Kader für die kommende Saison verändern?
Bieck: Die Mannschaft wird ihr Gesicht fast komplett behalten. Tobias Eckert wird, wie bereits bekannt, nach Lötsch wechseln. Sören Goltz will aufgrund seiner Schichtdienste ein Stück weit kürzer treten. Dem Gegenüber werden auch dieses Jahr wieder einige Spieler aus der A-Jugend hinzustoßen. Ansonsten haben wir bisher keine Pläne für auswärtige Neuzugänge, da wir den Kader auch so für stark genug halten um in der Bezirksliga mithalten zu können. Dazu wird Michael Goertz nach seiner Knieverletzung hoffentlich bald wieder zur Mannschaft zurückkehren.
Was sind eure Wünsche und Aussichten für die nächste Spielzeit?
Haas: Zunächst wünschen wir uns, dass alle Spieler gesund und verletzungsfrei bleiben. Dann wünschen wir uns natürlich, dass sich die Zuschauer weiter und immer mehr mit der jungen Mannschaft identifizieren können und Spaß daran haben, uns jeden Sonntag zuzusehen. Wenn man sieht was hier in den letzten Wochen am Platz los war, dann erhofft man sich, dass diese Unterstützung anhält - auch wenn es mal nicht so gut laufen wird. Dies könnte für die Jungens wirklich eine große Hilfe sein, wodurch Sie es vielleicht schaffen das eine oder andere Ausrufezeichen zu setzen.
Bieck: Ich hoffe natürlich für uns und auch auf für die Damenmannschaft, dass beide Teams die Klasse so schnell wie es geht halten können. Dazu glaube ich, dass wir mit diesen beiden Teams derzeit eine sehr gute Ausstrahlung der Seniorenabteilung nach außen hin haben, an der wir weiter festhalten und arbeiten müssen. Hinzu kommt endlich mal wieder eine Bindung zu den TSV-Handballern, die dazu führt, dass beide Abteilungen sich in den letzten Wochen gegenseitig stark unterstützt haben. Hier wünsche ich mir, dass alle weiter an einem Strang ziehen und das ´Wir-Gefühl´ verfolgen. Dies hat den TSV schon früher immer stark gemacht.